Warum heulen Wölfe?

Heute ist St. Valentinstag. Dieser “Tag der Liebenden” wird hier in Kanada, zumindest in meiner Heimatprovinz Alberta, ähnlich wie in Deutschland gefeiert. Wahrscheinlich sind die Grußkarten, Geschenke und weiteres eher mit den USA zu vergleichen … alles ein wenig Größer und Bunter. Und für mich ehrlich gesagt auch vollkommen übertrieben.

Daher möchte ich mich in diesem Blogartikel nicht dem Kommerz hinter dem Valentinstag widmen, sondern der Liebe in ihrer animalischen Form.

Innerhalb meiner Recherchen zum vierten Buch der Willow Ranch Reihe “Die Schattenwölfin der Rocky Mountains”, habe ich neugierig über Wolfsrudel und ihr Verhalten gelesen. Ein markantes Zeichen der Wölfe ist ihr Heulen.
Während meinen Reittouren in den Rocky Mountains hatte ich öfter die Gelegenheit, dem Gesang der Wölfe zu lauschen. Absolutes Gänsehaut-Erlebnis!

Warum heulen Wölfe?

Weit bekannt ist, dass Rudel zur Jagd rufen, aber auch einem fremden Rudel klar machen, dass sie nicht in ihr Revier eindringen sollen. Ein von seinem Rudel getrennter Wolf heult, weil er durch die Isolation gestresst und angespannt ist. Aber steckt da vielleicht mehr dahinter?

Wenn man österreichischen Wolfsforschern glauben will, haben sie herausgefunden, dass dieses Heulen in den meisten Fällen nicht unbewusst durch Stress ausgelöst wird, sondern ein bewusstes Rufen nach einem bestimmten Rudel-Mitglied. Zuneigung … oder Liebe für die Romantiker unter euch … war der Hauptgrund des Heulens.
Die Forscher erläutern weiter, dass die Beziehungen der Wölfe untereinander, die vielen Variationen, die im Heulen beobachtet werden können, besser erklären, als die individuelle Stimmung des rufenden Tieres.

Um es einfacher auszudrücken: die Wölfe heulten am meisten, wenn sie eine spezielle, enge Beziehung zu dem vermissten Mitglied des Rudels hatten.

Es wird wohl immer umstritten bleiben, ob Wölfe Liebe in ähnlicher Weise wie wir Menschen empfinden. Aber diese Forscher, die über mehrere Jahre zwei freilebende Wolfsrudel mit jeweils neun Mitgliedern beobachtet haben, sind sich sicher, dass zwei Wölfe durchaus eine besondere Beziehung zueinander haben können.

Doch natürlich ist das Heulen, ein Teil der akustischen Sprache, nicht die einzige Weise, wie Wölfe kommunizieren

Kommunikationsmittel und Wege der Wölfe

Frei lebende Wölfe sind im Wolfsrudel “Familienmenschen”. Wölfe in freier Wildbahn leben in einer dem Menschen ganz ähnlichen Familienstruktur zusammen. Hierarchien, wie ein absolut dominanter Alpha-Wolf, der alle unterdrückt, entstehen nur in Zoos und Wildparks, wenn junge Wölfe nicht abwandern können, um sich ein neues Revier und eine eigene Familie zu suchen.

Neben der akustischen Sprache (Kommunikation durch Lautäusserungen) bedienen sich Wölfe der optischen, olfaktorischen und taktilen Sprache. Nachdem sich dieser Blog ja um die Liebe im weitesten Sinne drehen soll, finde ich die Kommunikation durch Berührung, die taktile Sprache der Wölfe, besonders faszinierend.

Die taktile Sprache – Kommunikation durch Berührung

In einem Wolfsrudel spielt die taktile Sprache für die sozialen Kontakte eine sehr wichtige Rolle.
Die taktile Sprache beinhaltet die Wahrnehmung über den Tastsinn sowie die Wahrnehmung über das aktive Berühren und Ertasten. Für die taktile Sprache nutzen die Wölfe bevorzugt die Schnauze mit den Tasthaaren und die Pfoten. Sie lecken sich die Schnauzen, stupsen sich mit den Nasen an, mit den Pfoten oder Knabbern mit den Schneidezähnen am Sozialpartner.
Welpen betteln durch intensives Schnauze lecken bei den erwachsenen Wölfen nach Futter, oder die Eltern weisen die Jungwölfe und Welpen durch einen sanften Schnauzengriff zurecht. Für Welpen ist das Kontaktliegen mit den Geschwistern nicht nur für den Wärmeaustausch, sondern auch für den sozialen Kontakt sehr wichtig.
Auch dominantes Verhalten kann durch Berührungen ausgedrückt werden. Den Kopf oder die Pfoten über den Rücken des Gegenübers legen zu können z. B. dominante Gesten sein.
Eine Wolfsfamilie pflegen innerhalb ihres Familienverbandes einen engen Körperkontakt zueinander. (Quelle: chwolf.org)

Die Wölfin im vierten Band der Willow Ranch

In “Die Schattenwölfin der Rocky Mountains”, werde ich nicht in die Rolle einer Wolfsforscherin schlüpfen, sondern die Wölfe werden mehr zwischen den Zeilen auf leisen Pfoten durch die Köpfe der LeserInnen schleichen. Schattenhaft, aber nicht weniger faszinierend.
Bis im Mai das Buch erscheint, heißt es sich noch in Geduld üben, aber natürlich wird es mit einer Cover-Enthüllung und ersten Textschnipsel spannend bleiben.

Wie auch immer ihr diesen Sonntag verbringt, fühlt euch umarmt und geliebt.

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Die Glücksschreiberinnen

Die meiste Zeit verbringt ein Autor alleine, am Schreibtisch, den Kopf voll mit Gedanken über Romanprojekte, die Finger über die Tastatur oder den Stift über Papier jagend. Wie schön ist es da, wenn man über den eigenen Schreibtischrand blickt und sich mit Gleichgesinnten zusammentut.

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